Tuesday, January 8. 2008Dezentralisieren von sozialen Netzwerken
Nachdem ich den Artikel von Robert Lender über die Einblendung von Werbung auf Xing für Nicht-Premium-Mitglieder gelesen hatte, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man ein soziales Netzwerk unabhängig einer solchen Plattform aufbauen und pflegen kann. Sehr schnell bin ich dabei auf eine kleine Sammlung von Skripten gekommen. Gespeichert werden die Daten in einer Datenbank und kommuniziert wird über Web-Services wie bspw. XMLRPC.
Jeder, der an diesem Netzwerk teilnehmen möchte, installiert sich die Skripte auf seinem Webspace. Diese enthalten Daten zur eigenen Person und einen Link. Dieser Link ist für diejenigen gedacht, die diesen Kontakt zu ihrem kleinen privaten Netzwerk hinzufügen möchten. Sie merken sich die URL, loggen sich in ihr Netzwerk ein und kontaktieren die gewünschte Person. Diese kann nun entscheiden, ob er den Kontaktwunsch akzeptiert oder nicht.
Rein technisch sieht das so aus: Der Link zeigt auf den Webservice, der den Kontaktwunsch entgegen nimmt. Der Kontaktierte entscheidet nun über seine Skripte, ob er den Kontakt akzeptieren will oder nicht. Das Ergebnis wird wieder per Webservice an den ursprünglichen Sender verschickt. In der Datenbank werden die einzelnen Kontakte gespeichert. Im Prinzip braucht man nur vordefinierte Schnittstellen zum Webservice und Verhaltensweisen. Die Skriptsprache und die Datenbank sind irrelevant. Vergleichbar ist die Sache mit Pingbacks und Trackbacks. Da ist auch die Blog-Software egal. Hauptsache, sie unterstützt Ping- und Trackbacks. Diese Variante hat folgende Vorteile: Jeder kann selbst entscheiden, welche und in welcher Form er Daten über sich und seine Firma, seine Aktivitäten und Projekte ins Internet stellt. Dabei kann es sich um verschiedene Software handeln. Entweder man nutzt einen Blog oder ein CMS oder was ganz anderes. Er ist nicht an Vorgaben von Drittanbietern gekoppelt. Natürlich gibt es auch Nachteile: Jeder, der am Netzwerk teilnehmen will, braucht eigenen Webspace und eine Datenbank. Die Synchronisation der Daten kann sich als umständlich erweisen. Es werden doppelte Daten gespeichert. Je größer das Netzwerk jedes einzelnen wird, um so mehr Traffic entsteht, um es aktuell zu halten. Und was passiert, wenn der andere Webspace nicht zu erreichen ist? Oder sich die URL ändert? Es können schnell Lücken entstehen und diese zu inkonsistenten Daten führen. Wägt man alles miteinander ab, fehlen nur zwei Dinge: Die definierten Webservice-Schnittstellen und eine Beispielimplementation, z.B. in PHP, um dies mal zu testen. Oder man lebt mit den Entscheidungen der Netzwerk-Plattformen und meldet sich dort an. Trackbacks
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Erstens habe ich mir darüber nur Gedanken gemacht ohne weiter zu recherchieren, und zweitens habe ich gerade mal reingeschaut. Ist nicht so der Brüller, finde ich. Schon was das Programmatische angeht sehr eigenartig.
Danke für´s weiterdenken. Hast du meinen Beitrag http://board.s9y.org/viewtopic.php?p=66553 gelesen? Hier habe ich ähnliches für S9y angedacht. Ich wäre an einem weiter "brainstormen" etc. durchaus interessiert.
Hallo Robert,
ich war schon lange nicht mehr im Forum. Außerdem habe ich ja schon geschrieben, dass ich mit NoseRub nicht so richtig zufrieden bin. Der Ansatz ist nicht schlecht, aber die Umsetzung ist derzeit nicht nach meinem Geschmack (schon wegen CakePHP). Aber den Gedanken ansich habe ich noch nicht verworfen.
Genau, das meinte ich ja auch. Ich möchte mich gar nicht an Noserub dranhängen sondern eine eigene Lösung.
Meine Grundidee (wie ja auch deine - soweit ich es verstanden habe) braucht keinen zentralen Server sondern allein ein Datenaustauschformat zwischen Blogs. Wie geschrieben, denke ich bei Bedarf gerne mit. |
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