Ich war gestern auf der Dresdner Herbstmesse. Die Anzahl der Besucher war die letzten Jahre schon einmal mehr, auch wenn laut kostenloser Wochenzeitung die Anzahl der Aussteller gewachsen sei. Interessant war es vielleicht nur für Eigenheimbesitzer, da diese ihre Häuser wegen der fehlenden Sonne nun mit Holzschnipseln heizen könnten und die Dächer mit Solaranlagen in jeder Art und Größe schmücken sollten. Und da wir gerade beim tarnen von Dächer sind: Auch die Bundeswehr war anwesend. Will wohl keiner mehr freiwillig Krieg spielen? Aber nein! Als ich mir eines der Werbevideos ansah wurde mir klar: So wie die Soldaten ihr Aussehen verändern, schmückt auch der Herbst die Natur. Nur mit dem Unterschied, dass ein bunter Laubbaum nicht so albern aussieht wie ein geschminkter Soldat. Und dass wenn ein Baum schießt es nur in die Höhe und die Breite ist und nicht aus einer Projektilwaffe. Besonders hat mich aber ein Mixer-Verkäufer fasziniert. Nicht das, was er sagte, sondern wie er es sagte. Er rasselte seinen Text herunter, ohne Punkt und Komma. Zwischendurch eine lustige Bemerkung, die fast unterging und selten einer Lachen konnte. Die Leute standen wie kleine Kinder staunend vor dem beleuchteten Präsentationspult, als ob sie noch nie einen Mixer gesehen hätten. Und ich stellte mir Fragen: Lernt man diese trockene Rhetorik bei irgendeiner Schulung – neudeutsch Coaching – oder muss man mit dieser Gabe geboren werden? Was wäre aus den Leuten geworden, wenn sie nicht so quasseln würden wie sie es tun? Glauben sie an das, was sie sagen? Und warum verrät keiner den Preis für dieses Gerät?