Thursday, November 15. 2007Kausalität
Eines meiner Lieblingswörter ist "Kausalität". Aber was ist das? Kurz gesagt, es ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Lasst es mich an einem einfachen Beispiel erklären:
Nach der Arbeit fahre ich gerne mit der S-Bahn nach Hause. Dies hat mehrere Gründe: Erstens fahre ich gerne Bahn. Zweiten gab es auf meiner Strecke von und zur Arbeit eine Baustelle, die besonders beim Feierabendverkehr verstopft war. Ich hatte die Wahl zwischen einem Fahrweg von knapp 25 Minuten mit Straßenbahn, S-Bahn und Bus oder etwa 45 Minuten nur mit Straßenbahn und Bus. Wenn diese Baustelle nicht gewesen wäre, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mal mit der S-Bahn nach Hause zu fahren. Also ist die Ursache die Baustelle und die Wirkung, dass ich öfter mit der S-Bahn gefahren bin (und zukünftig auch werde). Zweites Beispiel: Die GDL streikt und legt auch den S-Bahn-Verkehr lahm. Also musste ich heute mit Straßenbahn und Bus fahren. Dadurch wiederum konnte ich mir in aller Ruhe die fertiggestellte Strecke ansehen, die ab Morgen wieder regulär und ohne Ersatzverkehr befahrbar sein soll. Die Schienen blitzen, die Fahrbahn war wie geleckt. In den neuen Haltestellenhäuschen wurden frisch gedruckte Fahrpläne aufgehängt. Man könnte denken, es ist Weihnachten. Hier war also die Ursache der Streik der GDL, die Wirkung der Genuss einer autoleeren, neu hergerichteten Straße mit dem Gefühl, morgen fünf Minuten früher auf Arbeit sein zu können. Sunday, November 11. 2007Erster Schnee in Dresden
Als ich gestern Abend nach Hause ging watete ich durch eine Überraschung: WKP, auch "Weißes Katastrophenpulver" genannt. Plötzlich und unerwartet hatten sich die Temperaturen an die Null-Grad-Grenze verdrückt und der feuchte Niederschlag ist als weißes Zeug herunter gerieselt. Und was passiert in Dresden wenn weißes Zeug vom Himmel fällt? Richtig: Die Dresdner Verkehrsbetriebe sind vollkommen perplex und vergessen, ihre Fahrzeuge nach Fahrplan zu schicken. Ja nicht zu schnell fahren! Eine Bahn könnte ja auf einer Schneeflocke ausrutschen und hinfallen. Das man dadurch seinen Anschlussbus nicht bekommt, ist doch egal. Hauptsache der Straßenbahnführer vorn in seinem Kapuff sitzt im trockenen. Und ehe hier Stimmen kommen wie "witterungsbedingte angepasste Fahrweiße": Bummelstreik aus Schnee-Trotz zählt nicht dazu.
Als ich heute früh aufstand war von der weißen Pracht nichts mehr zu sehen. Aber wehrend ich nun am Schreibtisch diesen Text tippe, fallen neue Flocken, vermischt mit richtigem Wasser, auch Schneeregen genannt. Doch bei +1 Grad und nassem Untergrund besteht um diese Uhrzeit keine Chance an einen weißen Montag zu denken. Sunday, November 4. 2007Sonntags auf dem Bahnhof
Heute war Sonntag. Und wieder standen wir zu dritt - also Mama, Papa und ich - auf dem Dresdner Hauptbahnhof. Aber diesmal war nicht ich derjenige, der gen Westen fuhr, sondern meine Mama. Sie muss für die nächsten Tage auf Dienstreise. Ist ja nichts schlimmes dabei, wenn man nicht den Hintergedanken an Streiks der GDL hätte. Immerhin kommt sie erst in einigen Tagen zurück und man weiß ja leider nicht, was sich der durchgekurte Gewerkschafts-Vorstand so alles ausdenkt. Auf alle Fälle hätte es mich schon einige Male angeschmiert, wenn ich noch ein aktiver Pendler gewesen wäre.
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