Sunday, September 20. 2009Gedanken über eine Tüte
Schreiben wir heute mal wieder über Tüten. Tüten sind für mich als komplizierten Pragmatiker einfach nur ein Behälter, mit dem man Gegenstände transportieren kann. Die Form muss natürlich stimmen, ich würde nie einen Kochtopf in eine Tüte bekommen, die für die Größe von CD-Hüllen ausgelegt ist. In diesem Zusammenhang sollte auch noch die Festigkeit einen entscheidenden Faktor spielen. Was mir aber total egal ist, ist die Herkunft. Ob diese nun vom Drogisten oder Multimediafachmarkt kommt ist für mich Nebensache. (Anders sieht es schon aus, wenn mir ein Beutel mit politischer Werbung gereicht wird. Diesen lehne ich dankend ab.) Aber scheinbar ist es für einige Menschen doch von Interesse. Als ich vorhin an einer Ampel stand kam eine Frau auf eine andere zu und sagte: „Jetzt muss ich Sie doch mal ansprechen. Ich habe die selbe Tüte.“
Ach was, dachte ich. Für mich war die Tüte nur rot mit weißer Schrift. Und wenn zu mir jemand gesagt hätte „Ich habe die selbe Tüte“ ... den hätte ich vermutlich verwirrt angeschaut und nach Anzeichen eines Sonnenstichs Ausschau gehalten. Was bitte war an dieser Tüte so besonderes? Das klärte sich, als die angesprochene Frau antwortete, das die ansprechende Frau dann in irgendeiner Stadt gewesen sein muss. Ah ja, Tüten haben also doch einen Wiedererkennungswert. Auch wenn man nur erkennt, in welcher Stadt jemand war. Eigentlich könnten sich ja die Marketingexperten jetzt freuen, immerhin war dieses Geschäft bzw. diese Stadt im Gespräch. Aber was hat es gebracht? Nichts, da diese beiden Frauen ja schon dort waren. Und mich als potentiellen Kunden wird es auch nicht dorthin ziehen, weil ich erstens nicht weiß was es für ein Laden war und zweitens dank meines Gedächtnis-Siebs vergessen habe, wo dieser Laden war. Beispielsweise wäre ein Fischfutterladen in Düsseldort für mich uninteressant. |
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