Die Deutschen lieben billig. Billig ist überall, sogar in den Baumärkten. Folglich war es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Dresden ein Billig-Baumarkt eröffnete. Natürlich war ich interessiert, was man sich unter einem Discount-Baumarkt vorzustellen hat. Heute hatte ich die Zeit, mir diesen anzusehen. Natürlich nicht alleine, sondern mit meinen Eltern zusammen. Der Besuch war sehr witzig; wir haben uns köstlich amüsiert.
Bereits als wir den Laden betraten wurden wir von einer interessanten Durchsage begrüßt. Die Kunden mögen bitte bei ihrem Einkauf beachten, dass der Markt um 18:00 Uhr schließt. Ein Blick auf die Uhr: Es war bereits 17:45 Uhr. Also hatten wir 15 Minuten Zeit, um uns einen Überblick zu verschaffen. Zum Glück war das Angebot ziemlich übersichtlich. Das wichtigste hatten wir bereits nach 10 Minuten gesehen. Uns blieben also noch fünf Minuten, um zum Ausgang zu flüchten. In diesem Moment musste vom Personal noch schnell die Grünpflanzen nachgefüllt werden. Mit dem obligatorischen „Vorsicht bitte“ wurden die Kunden zur Seite gejagt und große Paletten mit Palmen durch die Gegend geschoben. Vor Ladenschluss mussten also die Pflanzen, die eh nicht mehr den Besitzer wechseln konnten, neu positioniert werden.
Der Gag an sich war ein Schild am Ausgang. Dort wurden doch wirklich Leute für „Verräumtätigkeiten“ gesucht. Also, verräumen kann ich. Ich räume öfter mal Dinge dorthin, wo ich sie nicht mehr finde. Was der Marktleiter vermutlich wirklich brauchte waren Leute für Räumtätigkeiten. Offensichtlich wird in diesem Markt nicht nur an Öffnungszeiten und Waren, sondern auch an der deutschen Grammatik gespart.
Der Markt machte keinen guten Eindruck auf mich. Manchmal ist billig eben wirklich billig.