Tuesday, July 29. 2008Possen-Spiel
Ich habe hier im Blog schon einige Male vom Dresdner Postplatz berichtet. Dort, wo vor einigen Jahren noch Straßenbahnen fuhren, erstreckt sich nun eine Steinwüste. Besonders jetzt, wo die Sonne auf den Nichel bräzelt, sehnt man sich nach einigen schattenspendenden Bäumen. Denn ob man es glaubt oder nicht ... Bäume kühlen. Kühlen? Das tut Wasser auch!
Also baute Dresden für eine unglaubliche Summe von mehreren Hunderttausend Euronen einen Springbrunnen bzw. einen Wasserfall auf den Platz. Mitten in den Weg versteht sich. Wer also auf direktem Weg zum Theater (oder wie ich auf Arbeit) will, wird nass. So ein Drama ... Vor allem die Reparaturkosten. Der Brunnen ist noch nicht einmal eingeweiht und hat schon dutzende Reparaturen hinter sich. Warum? Der Brunnen hat einen Spitznamen, der es sehr schön ausdrückt: „Das Trauerspiel am Possenplatz“. Klingt poetisch, stimmt's? Und noch poetischer wird es, wenn man die Touristen beobachtet, wie sie durch das Gedröbbel springen. Denn mehr leistet der Brunnen nicht: Das Wasser tröpfelt.
Vorstellen muss man sich den Brunnen wie ein großes rotes Tor. Das Wasser soll von oben nach unten in ein Abwassergitter fallen. Soll, denn mitunter sieht man nicht mehr als zwei Strählchen. Angeblich werden die Düsen von Feinstaub verstopft oder so. Und wer jetzt die berechtigte Frage stellt, was Feinstaub sein soll: Ein anderes Wort für Ruß. Und was kann man gegen Ruß unternehmen? Ich habe mal gehört, das Bäume diesen aus der Luft filtern sollen. Könnte man ja mal probieren, indem man auf den Postplatz einige Bäume pflanzt. Jedenfalls gehört dieser Brunnen nicht nur zu Dresdens witzigsten Aktionen neben der Waldschlösschenbrücke, sondern auch in die Top Ten der schönsten Steuergelderverschwendereien. Trackbacks
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