Ich bin betrübt. In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit dem Thema Webradio beschäftigt. Dazu gehören neben zwischenmenschlichen Beziehungen auch technische Anforderungen. Zu letzterem gehören prinzipiell eine Homepage, dazu ein Chat und ein Streaming-Server. Die Homepage und der Streaming-Server laufen meistens unter Linux. Also warum soll man seine Sendung nicht auch mit Linux über die Bühne bringen?
Die Musik verwalten geht mit Amarok ganz gut. Ab einer gewissen Anzahl von Liedern kann man zwar die Kaffeemaschine neben den Computer stellen, aber wenn sich Amarok einmal gefangen hat kann man nach Titeln, Interpreten und Alben suchen und sich alles mögliche wie den Text und das Cover anzeigen lassen. Außerdem gibt es viele Statistiken und, was ich interessanter finde, Amarok ist Scripting-Fähig. Und das mit Bash, Ruby, Phyton, PHP oder was auch immer gewünscht ist.
Bevor man aber Musik verwalten und senden kann muss man diese ja erstellen. Dies kann man mit Kaudiocreator ganz schnell. CD ins Laufwerk, CDDB-Informationen überarbeiten, auslesen, fertig. Mit mp3gain bringt man seine Musik auf eine Lautstärke. Und wiederum mit Amarok oder kid3 bearbeitet man die ID3-Tags der MP3-Dateien.
So weit, so gut. Aber wie bringt man jetzt die Musik mit etwas Gequassel über den Streaming-Server? Die Frage hätte ich gerne auch beantwortet. Ich habe kein Programm für Linux gefunden, was dies zu meiner vollen Zufriedenheit erfüllt. Es gibt zwar viele Lösungen, aber ich möchte nicht, dass die Hörer hören, wenn ich auf meiner Tastatur rumhacke, wie es z.B. bei Ices oder dem DSP-Plugin von Shoutcast passiert. Einen guten Ansatz bietet die Internet-Dj-Console (idjc). Allerdings läuft die mit Jack, und Jack ist trotz stundenlanger Konfiguration und Realtime-Kernel nicht dazu zu bewegen, die Musik ohne „xruns“ wiederzugeben. Das Problem ist die Geschwindigkeit beim Kodieren der Musik.
Was ich mir wünsche wäre ein stabileres Amarok mit Mikrofon-Eingang sowie Crossfading. Außerdem sollte es eine Statistik haben, bis wie viel Uhr man Musik in der Playliste hat. Dann noch einen Anschluss zum Shoutcast-Server und ich bin glücklich. Zusatzwünsche wären Tags oder Gruppen, in die man seine Musik aufteilen kann. Aber wenn ich mir die derzeitige Entwicklung von Amarok2 ansehen, legen die Entwickler scheinbar mehr Wert auf Cover- und Textverwaltung als auf Funktionalität. Dazu muss ich aber sagen, das ich die Meilensteine von Amarok2 nicht kenne und ob eine Möglichkeit zum Streamen geplant ist. Das diese Funktion schon längere Zeit in Amarok 1.4.x vermisst wird, kann man allerdings sehr schnell im Internet recherchieren.
Kennt Ihr richtig praktikable Möglichkeiten über Linux mit Moderation zu Streamen? Vor allem bin ich an Lösungen unter KDE und ohne Jack interessiert.