Thursday, November 13. 2008Dresden abgeklemmt
Was ist eine Landeshauptstadt wert? Das frage ich mich derzeit, wenn ich im Hauptbahnhof am Bahnsteig 14 entlangblicke. Dort steht ein fast schrottreifer Nahverkehrszug, der seit dem Achsen-Vorfall mit den ICEs als D-Zug zwischen Leipzig und Dresden verkehrt. Da fährt man in der S-Bahn bequemer, obwohl man da 1 Stunde 40 Minuten drin verbringen muss. Nach Fahrplanwechsel wird dann ein IC auf der Strecke Wiesbaden/Frankfurt nach Dresden eingesetzt. Puh, Gerüchten nach hätte in Leipzig Schluss sein sollen und von da hätte man in dieses - darf man das Etwas noch Zug nennen - altertümlichen Verkehrsmittel umsteigen müssen. Sehr gut für den Dresdner Tourismus, der in den letzten Monaten sowieso rückläufig ist. Ich frage mich wirklich, ob der sächsische Verkehrsminister wirklich so ruhig mit dem Thema Eisenbahn in Sachsen umgeht wie es mir vorkommt. Fragt man Eisenbahner, haben die Angst, dass Dresden komplett vom Bahnverkehr abgekoppelt wird. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. In einem anderen Blogeintrag hatte ich schon einmal darauf hingewiesen, das Dresden idealer Ausgangspunkt für den Fernverkehr Richtung Osten (Görlitz, Polen), Norden (Berlin, Hamburg bzw. Frankfurt Oder), Westen (Leipzig, Frankfurt Main/Wiesbaden, Düsseldorf) und Süden (Chemnitz weiter nach Nürnberg bzw. die andere Richtung nach Prag) wäre. Da müsste sich aber mal jemand aus der Politik drum kümmern. Aber nein, wir bauen lieber Autobahnen und Tunnel, die dann wegen Feuerwehrübungen geschlossen werden müssen. Oder Brücken, die kein Mensch braucht. Und anschließend reden wir wieder über Luftverschmutzung.
Allerdings muss ich zugeben, dass sich die Bahn, die ich ja bekanntlich sonst verteidige und sehr gerne mit ihr fahre, im letzten Jahr auch nicht gerade mir Ruhm bekleckert hat. Trackbacks
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