Als täglicher Bahn- und Busfahrgast bin ich einiges gewohnt was Gerüche meiner Mitfahrgäste angeht. Manchmal staune ich welche Nasenkitzler in einer Straßenbahn herum schweben.
Die Palette reicht vom schweren Parfüm zum kalten Zigarettenrauch über Alkohol, Kaugummi, Döner (ich schreibe mal allgemein Döner, da ich in der glücklichen Lage bin, Knoblauch als selbiges entweder nicht zu riechen oder zu ignorieren), Kuchen, Nässe und so weiter. Ich denke mal, es wird vielen anderen auch so gehen, denn wer kann schon von sich behaupten, nach 9 oder 10 Stunden im Büro noch frisch geduscht zu riechen? Ich habe mir angewöhnt, diese Gerüche einfach zu ignorieren. Was aber dann doch einen sehr hohen Grad an Selbstbeherrschung erfordert ist eine Geruchsmischung aus Alkohol, Urin, wochenlanger Wasserabstinenz und Erborchenem. Das war dass Abaritgste, was ich in den letzten Wochen erleben musste. Es kann ja durchaus sein, dass sich mal jemand nicht wohl fühlt. Aber es ist einfach nur abscheulich, wenn das Zeug, bereits einige Tage alt, noch eingetrocknet an der Jacke klebt. Eine Flucht war auch fast unmöglich, da die Bahn ziemlich voll war. Umstehende Leute drehten sich weg, andere versuchten durch den Mund zu atmen. In solchen Momenten wünsche selbst ich, als penetranter ÖPNV-Nutzer, mein eigenes, privates Fahrzeug. Vor allem frage ich mich: Hat man in so einer Situation das Recht oder die Pflicht, diese Person aus der Bahn zu werfen?