In bestimmten Situationen fällt mir der Sozialkundeunterricht während meiner Ausbildung ein. Eines Tages hatten wir das Thema „Der Mensch als soziales Wesen“. Diese Überschrift hat sich in mein Gehirn eingebrannt, weil ich schon damals ein kleines Problem mit dieser Definition hatte. Was bedeutet Sozial? Der Duden liefert folgende Erklärung: die Gesellschaft, die Gemeinschaft betreffend, gesellschaftlich; gemeinnützig, wohltätig.
Das heißt also, der Mensch lebt in einer Gesellschaft bzw. Gemeinschaft. Er hilft sich gegenseitig und respektiert den anderen. Wenn jemand etwas nicht versteht, versuche ich es ihm auf einfache Weise zu erklären oder helfe beim lösen des Problems. Das setzt natürlich voraus, dass ich mich in den anderen hineindenke.
Ich gebe zu, dies ist nicht immer einfach. Aber ich versuche es zumindest. Ich helfe wo ich kann. Leider ist die Resonanz unterschiedlich: Entweder es gibt keine Antwort, oder irgendwann bekomme ich einen A-Tritt. Aber das Schönste ist natürlich ein ernst gemeintes „Danke“. Ein Wort, was heutzutage viel zu selten ausgesprochen oder geschrieben wird.
Was ich aber nicht darunter verstehe sind Menschen, die nur halbherzig bei der Sache sind (Texte nicht lesen oder nicht hinterfragen), unvollständige Antworten geben, die auch noch ziemlich Fachspezifisch und für einen Laien schwer nachvollziehbar sind, oder den fragenden vielleicht sogar noch als dumm darstellen. Jeder Mensch ist dumm. Mich darf keiner über Chemie befragen. Einen Chemiker vielleicht nicht über Programmierung, und ein Bäcker hat vielleicht von Blumenzucht keine Ahnung. Wer keine Lust und Zeit hat soll es einfach lassen.
Es gibt Leute, die wegen fehlender Dankbarkeit keinem mehr helfen. Das finde ich schade. Ich bin auch nicht so erzogen. Noch helfe ich gerne und freue mich, wenn diese Hilfe nützlich war. Denn miteinander reden, sich helfen und verstehen ist wichtiger als bspw. Konflikte mit Gewalt zu lösen. DAS verstehe ich unter einem „sozialen Wesen“. Die Frage ist nur, wie lange ich noch dieser Meinung bin.