Nehmen wir mal einen einfachen Satz: „Hammer, der ist voll gut.“
Was will uns dieser Satz sagen? Wenn ich die Antwort nicht wüsste, würde ich mal auf eine Person tippen, die eine Tätigkeit nur erledigen kann, wenn diese betrunken ist. Dann ist sie Voll Gut. Und diese Tätigkeit hat mit einem Hammer zu tun. Vermutlich eine handwerkliche Tätigkeit. Etwas logischer aufgebaut würde der Satz dann heißen: „Der ist voll gut mit dem Hammer.“ oder etwas besser „Er kann im betrunkenen Zustand mit dem Hammer gut umgehen.“ Das klingt doch um einiges freundlicher.
Diesen Satz habe ich aber in keinem Gasthaus gehört, sondern in der Schreibwarenabteilung eines Kaufhauses. Natürlich war ich interessiert, was das Kleinkind, von dem der Satz kam, mit einem Hammer in der Schreibwarenabteilung zu suchen hat. Doch ich wurde enttäuscht. Der Hammer entpuppte sich als ein normaler Schreibstift. Und es ist ja eigentlich logisch, dass ein Stift Voll Gut ist. Leer ist er schlecht, er schreibt ja nicht mehr (habe ich vor allem letzten Freitag feststellen müssen). Aber wie kann man einen Hammer mit einem Stift verwechseln? Ich würde vorschlagen, sich mit beiden Gegenständen auf den Finger zu hauen. Spätestens dann ist jedem der Unterschied klar.
In einem Handwerkermarkt wäre der Satz richtig gewesen: „Hammer, der ist voll gut.“ Klar, denn ein Hammer mit hohlem Kopf oder hohlem Griff ist nicht so stabil wie einer mit vollem Kopf oder vollem Griff. Aber dann müsste der Satz etwas umgestellt werden: „Der Hammer ist voll gut.“ oder noch besser: „Mit dem Hammer kann ich gut umgehen.“ Denn zum Beispiel einen Vorschlaghammer kann aus körperbautechnischen Gründen nicht jeder bedienen.
Nehmen wir mal einen anderen Satz: „Draußen ist es cool warm.“
Hm? Wie jetzt? Kalt oder Warm? Oder Lau? Oder doch ganz anders? Am besten man zieht sich seine Jacke an und probiert es selber aus. Auf alle Fälle erinnert mich dieser Satz an „Nachts ist es dunkler als draußen.“ Wenn man also eine klare Aussage machen will, heißt es entweder: „Draußen ist es warm.“ oder „Draußen ist es kalt.“ Noch besser wäre es, sich selbst als Verhältnis einzubringen, so ungefähr: „Ich finde, es ist draußen warm.“ Denn ich habe schon so oft gesagt, dass es in meinem Zimmer warm ist und meine Oma fing an zu frieren.